PAK-Sanierung: Teerhaltige Baustoffe entfernen
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind eine Gruppe krebserregender Schadstoffe, die in zahlreichen älteren Gebäuden in teerhaltigen Baustoffen vorkommen. Besonders bei Sanierungen und Abbrucharbeiten stellen sie ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, wenn sie nicht fachgerecht erkannt und entfernt werden.
Was sind PAK?
PAK (englisch: PAH – Polycyclic Aromatic Hydrocarbons) entstehen bei der unvollständigen Verbrennung organischer Materialien und sind Bestandteil von Steinkohlenteer und Pech. Zu den PAK gehören über 200 Einzelverbindungen, von denen insbesondere Benzo[a]pyren als Leitsubstanz für die Bewertung herangezogen wird. PAK sind persistent, fettlöslich und reichern sich im Körper an.
Wo kommen PAK in Gebäuden vor?
PAK finden sich in zahlreichen teerhaltigen Baustoffen, die bis in die 1970er Jahre weit verbreitet waren:
Parkettkleber (Schwarzkleber): Der häufigste Fundort in Wohngebäuden. Bis Mitte der 1970er Jahre wurden teerhaltige Kleber für die Verlegung von Stab- und Mosaikparkett verwendet. Sie sind an ihrer schwarzen, zähen Konsistenz erkennbar Teerpappe und Dachbahnen: Bituminöse Dachbahnen älterer Bauart auf Teerbasis enthalten hohe PAK-Konzentrationen. Betroffen sind insbesondere Flachdächer der 1950er bis 1970er Jahre Gussasphalt: In manchen Gebäuden wurden Gussasphaltböden mit teerhaltigen Bindemitteln hergestellt Fugenvergussmassen: Teerhaltige Fugenmassen in Gehwegen, Straßen und Gebäudesockeln Kellerabdichtungen: Schwarzanstriche und Dickbeschichtungen auf Teerbasis an Kellerwänden und Fundamenten Korkplatten mit Teerbinder: Bestimmte alte Korkdämmungen waren mit Teer als Bindemittel verklebt Schornsteinauskleidungen: Teeranstriche im Inneren alter Schornsteine Wie erkennt man PAK-haltige Materialien?
Teerhaltige Baustoffe lassen sich oft anhand folgender Merkmale erkennen:
Farbe: Tiefschwarze bis dunkelbraune Färbung (im Gegensatz zu bituminösen Produkten, die eher dunkelbraun sind) Geruch: Charakteristischer, stechender Teergeruch, besonders beim Erwärmen oder Anritzen Konsistenz: Zäh-klebrig bei Wärme, spröde bei Kälte Schnelltest: PAK-Spray-Test als Vorort-Screening (Fluoreszenz unter UV-Licht) Laboranalyse: Eine sichere Bestimmung ist nur durch eine Laboranalyse mittels Gaschromatographie möglich. Ab einem Benzo[a]pyren-Gehalt von 50 mg/kg gilt das Material als PAK-belastet und muss als Sondermüll entsorgt werden.
Gesundheitsrisiken durch PAK
PAK stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar:
Krebserregend: PAK, insbesondere Benzo[a]pyren, sind nachweislich krebserregend. Sie können Lungen-, Haut- und Blasenkrebs verursachen Aufnahme über die Haut: PAK werden leicht über die Haut aufgenommen, direkter Hautkontakt ist daher besonders gefährlich Einatmen von Stäuben: Beim mechanischen Bearbeiten (Schleifen, Stemmen, Fräsen) werden PAK-haltige Stäube freigesetzt Ausgasung: In warmen Räumen oder bei direkter Sonneneinstrahlung können PAK aus Baustoffen ausgasen PAK-Sanierung nach TRGS 551
Die Sanierung PAK-haltiger Materialien erfolgt nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 551 und umfasst folgende Schritte:
1. Schadstoffuntersuchung und Bewertung
Entnahme von Materialproben durch Sachverständige Laboranalyse auf PAK-Gehalt (16 EPA-PAK, Benzo[a]pyren als Leitparameter) Einstufung und Erstellung eines Sanierungskonzepts 2. Vorbereitung des Sanierungsbereichs
Abschottung des Arbeitsbereichs mit Folie und Klebeband Einrichtung einer Unterdruckhaltung bei großflächigen Arbeiten Aufstellung von Luftreinigungsgeräten mit HEPA-Filtern 3. Persönliche Schutzausrüstung
Atemschutz mindestens FFP2, bei Staubarbeiten FFP3 oder Vollmaske mit Kombinationsfilter A2P3 Chemikalienschutzanzug (Typ 5/6) Chemikalienbeständige Handschuhe (Nitril) 4. Entfernung der PAK-haltigen Materialien
Mechanische Entfernung mit staubarmen Verfahren Bei Parkettkleber: Abfräsen oder Abstrahlen des Klebers bis auf den Rohboden Bei Dachbahnen: Vollständige Demontage und Verpackung Kontaminierte Untergründe werden anschließend gereinigt oder versiegelt 5. Entsorgung als Sondermüll
PAK-belastete Materialien sind als **gefährlicher Abfall** einzustufen Abfallschlüssel: 17 06 03* (teerhaltige Gemische) oder 17 03 01* (kohlenteerhaltige Bitumengemische) Transport nur durch zertifizierte Entsorgungsunternehmen mit Begleitschein Entsorgung auf zugelassenen Sondermülldeponien oder in thermischen Behandlungsanlagen 6. Kontrollmessungen
Raumluftmessung nach Abschluss der Sanierung Wischproben auf Oberflächen zur Bestätigung der Dekontamination Freigabe durch Sachverständigen Kosten einer PAK-Sanierung
Parkettkleber entfernen (abfräsen): 15 – 35 €/m² Dachbahnen entfernen: 10 – 25 €/m² Materialanalyse (PAK): 120 – 250 € pro Probe Raumluftmessung: 400 – 800 € pro Messpunkt Entsorgung PAK-haltiger Materialien: 150 – 400 €/t als Sondermüll Gesamtkosten Wohnung (80 m² Parkettkleber): 3.000 – 6.000 € Besonderheit: Parkettkleber in Berliner Altbauten
In Berliner Altbauten, insbesondere in Gebäuden der 1950er bis 1970er Jahre, ist teerhaltiger Parkettkleber einer der häufigsten PAK-Befunde. Wenn Sie ein Parkett in einem solchen Gebäude erneuern oder entfernen möchten, sollten Sie vorab eine Probe des Klebers analysieren lassen. Die Kosten für die Laboranalyse (ca. 150 €) stehen in keinem Verhältnis zu den Risiken einer unsachgemäßen Bearbeitung.
Lula Bau GmbH – Fachgerechte PAK-Sanierung
Die Lula Bau GmbH führt PAK-Sanierungen nach TRGS 551 professionell und sicher durch. Ob Parkettkleber, Dachbahnen oder Kellerabdichtungen – wir entfernen teerhaltige Baustoffe fachgerecht und entsorgen sie als Sondermüll auf zugelassenen Deponien. Alle Arbeiten werden lückenlos dokumentiert. Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Erstberatung und ein unverbindliches Angebot.