Was kostet es, Erdaushub zu entsorgen?
Die Entsorgung von Erdaushub kostet je nach Belastung 5 bis 150 Euro pro Tonne. Unbelasteter Boden lässt sich für 5 bis 15 €/t abgeben, während belastetes Material auf einer Deponie schnell das Zehnfache kostet. Welcher Preis gilt, entscheidet allein die Laboranalyse – nicht das Aussehen des Bodens.
Für die Umrechnung gilt als Faustwert: 1 m³ Erdaushub wiegt rund 1,5 bis 1,8 Tonnen. Ein Kellerausbau mit 200 m³ Aushub bedeutet also etwa 300 Tonnen Material – bei 20 €/t sind das 6.000 Euro allein für die Entsorgung.
Entsorgungskosten nach Belastungsklasse
| Einstufung | Bedeutung | Kosten |
|---|---|---|
| Z0 / unbelastet | Uneingeschränkt einbaubar | 5 – 15 €/t |
| Z1.1 und Z1.2 | Eingeschränkt offen einbaubar | 15 – 35 €/t |
| Z2 | Nur mit definierten technischen Sicherungsmaßnahmen | 35 – 60 €/t |
| Deponieklasse DK 0 | Inertabfall | 40 – 70 €/t |
| Deponieklasse DK I | Gering belastet | 60 – 100 €/t |
| Deponieklasse DK II | Höher belastet | 80 – 150 €/t |
| Gefährlicher Abfall (DK III / Sonderabfall) | Nachweispflichtig | ab 150 €/t |
Zu den reinen Annahmegebühren kommen Transport (rund 8 – 15 €/t je nach Entfernung), Ladeleistung und gegebenenfalls die Zwischenlagerung auf der Baustelle.
Wie wird Erdaushub eingestuft?
Vor der Entsorgung steht die Deklarationsanalyse. Eine Probe des Aushubs wird im Labor auf Schwermetalle, Kohlenwasserstoffe, PAK und weitere Parameter untersucht und anschließend zugeordnet:
Die Analytik kostet je nach Parameterumfang 150 bis 600 Euro pro Probe. Das klingt nach einer vermeidbaren Ausgabe – ist aber das Gegenteil: Ohne Deklaration nimmt keine seriöse Anlage das Material an, und eine Fehleinstufung fällt spätestens bei der Eingangskontrolle auf. Dann steht der Lkw mit vollem Aufbau wieder auf Ihrer Baustelle.
Bei Verdacht auf Altlasten – ehemalige Gewerbeflächen, Tankstellen, Auffüllungen – ist eine orientierende Untersuchung vor Beginn der Erdarbeiten sinnvoll. Mehr dazu unter kontaminierte Böden.
Mutterboden entsorgen – oder besser erhalten?
Mutterboden, fachlich Oberboden, ist die oberste, humusreiche Bodenschicht. Er ist rechtlich besonders geschützt: Nach § 202 Baugesetzbuch ist Mutterboden in nutzbarem Zustand zu erhalten und vor Vernichtung oder Vergeudung zu schützen. Er darf also nicht ohne Weiteres mit dem übrigen Aushub vermischt und abgefahren werden.
In der Praxis heißt das:
Damit ist Mutterboden der einzige Teil des Aushubs, bei dem sich die Entsorgungsfrage oft ganz vermeiden lässt.
Erdaushub auf dem Grundstück wiederverwenden
Der günstigste Kubikmeter ist der, der nie abgefahren wird. Geeignet ist unbelasteter Boden für:
Grenzen setzt die Bodenart: Stark bindige Böden und Torf sind als Verfüllmaterial ungeeignet, weil sie sich nicht ausreichend verdichten lassen und später nachsacken. Sandige Berliner Böden eignen sich dagegen meist gut. Ob Wiedereinbau zulässig ist, klärt der Bodengutachter – bei größeren Mengen ist zusätzlich eine Abstimmung mit der Unteren Bodenschutzbehörde ratsam.
Wer darf Erdaushub entsorgen?
Der Transport und die Entsorgung von Abfällen sind anzeige- beziehungsweise erlaubnispflichtig. Beauftragen Sie ausschließlich Betriebe, die als Beförderer angezeigt sind und Ihnen die Entsorgungswege dokumentieren. Für gefährliche Abfälle ist das elektronische Nachweisverfahren mit Entsorgungsnachweis und Begleitschein zwingend – siehe Entsorgungsnachweis Berlin.
Als Auftraggeber bleiben Sie als Abfallerzeuger mitverantwortlich. Wird Ihr Aushub illegal abgelagert, kann das auf Sie zurückfallen. Ein Preis, der deutlich unter dem Markt liegt, ist deshalb kein Schnäppchen, sondern ein Warnsignal.
So senken Sie die Entsorgungskosten
Häufige Fragen zur Erdaushub-Entsorgung
Was kostet es, Erdaushub entsorgen zu lassen?
Unbelasteter Erdaushub kostet 5 bis 15 Euro pro Tonne, gering belastetes Material 15 bis 35 Euro pro Tonne. Muss der Boden auf eine Deponie, sind es 40 bis 150 Euro pro Tonne. Hinzu kommen Transportkosten von etwa 8 bis 15 Euro pro Tonne.
Wie viel wiegt 1 m³ Erdaushub?
Je nach Bodenart und Feuchtegehalt 1,5 bis 1,8 Tonnen. Sandiger Boden liegt am unteren Ende, feuchter bindiger Boden am oberen. Für eine Kostenschätzung rechnen Sie am besten mit 1,7 t/m³.
Wohin mit überschüssigem Mutterboden?
Unbelasteter Mutterboden lässt sich meist kostenlos abgeben – an Landschaftsbaubetriebe, Landwirte oder Renaturierungsprojekte. Vor der Abgabe sollte eine Analyse vorliegen, weil der Abnehmer die Unbedenklichkeit nachweisen muss. Die Entsorgung auf einer Deponie ist bei Mutterboden fast immer die teuerste und unnötige Variante.
Darf ich Erdaushub im eigenen Garten verteilen?
In kleinen Mengen und bei nachweislich unbelastetem Boden ist das in der Regel unproblematisch. Sobald größere Mengen aufgebracht werden, das Gelände dauerhaft verändert wird oder der Boden belastet ist, greifen Bodenschutzrecht und gegebenenfalls Baurecht. Klären Sie das vorab mit der Unteren Bodenschutzbehörde.
Was ist der Unterschied zwischen Erdaushub und Bauschutt?
Erdaushub ist natürlich gewachsenes Bodenmaterial – Sand, Kies, Lehm, Mutterboden. Bauschutt ist mineralischer Abfall aus dem Bauwesen: Beton, Ziegel, Mörtel, Fliesen. Beide werden getrennt erfasst, unterschiedlich eingestuft und unterschiedlich abgerechnet. Vermischt gilt das gesamte Material als Gemisch und wird teurer. Zu Bauschutt: Bauschutt entsorgen in Berlin.
Erdarbeiten und Entsorgung aus einer Hand
Die Lula Bau GmbH übernimmt in Berlin und Brandenburg Erdbau, Abtransport und Entsorgung einschließlich Deklarationsanalytik und Nachweisführung. Wir planen den Massenausgleich mit, damit möglichst wenig Material die Baustelle verlässt. Die Preise für die Erdarbeiten selbst finden Sie unter Erdarbeiten Kosten.