Kosten & PreiseAktualisiert: 31. Juli 202610 minVon Maria Topalović

Erdaushub entsorgen: Kosten, Klassen & Vorschriften

Was kostet es, Erdaushub und Mutterboden zu entsorgen? Preise pro Tonne und m³ nach Belastungsklasse, LAGA-Einstufung, Deponieklassen und Spartipps.

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Was kostet es, Erdaushub zu entsorgen?

Die Entsorgung von Erdaushub kostet je nach Belastung 5 bis 150 Euro pro Tonne. Unbelasteter Boden lässt sich für 5 bis 15 €/t abgeben, während belastetes Material auf einer Deponie schnell das Zehnfache kostet. Welcher Preis gilt, entscheidet allein die Laboranalyse – nicht das Aussehen des Bodens.

Für die Umrechnung gilt als Faustwert: 1 m³ Erdaushub wiegt rund 1,5 bis 1,8 Tonnen. Ein Kellerausbau mit 200 m³ Aushub bedeutet also etwa 300 Tonnen Material – bei 20 €/t sind das 6.000 Euro allein für die Entsorgung.

Entsorgungskosten nach Belastungsklasse

EinstufungBedeutungKosten
Z0 / unbelastetUneingeschränkt einbaubar5 – 15 €/t
Z1.1 und Z1.2Eingeschränkt offen einbaubar15 – 35 €/t
Z2Nur mit definierten technischen Sicherungsmaßnahmen35 – 60 €/t
Deponieklasse DK 0Inertabfall40 – 70 €/t
Deponieklasse DK IGering belastet60 – 100 €/t
Deponieklasse DK IIHöher belastet80 – 150 €/t
Gefährlicher Abfall (DK III / Sonderabfall)Nachweispflichtigab 150 €/t

Zu den reinen Annahmegebühren kommen Transport (rund 8 – 15 €/t je nach Entfernung), Ladeleistung und gegebenenfalls die Zwischenlagerung auf der Baustelle.

Wie wird Erdaushub eingestuft?

Vor der Entsorgung steht die Deklarationsanalyse. Eine Probe des Aushubs wird im Labor auf Schwermetalle, Kohlenwasserstoffe, PAK und weitere Parameter untersucht und anschließend zugeordnet:

Nach der LAGA-Mitteilung 20 in die Zuordnungswerte Z0 bis Z2 – maßgeblich für den Einbau in technische Bauwerke.
Nach der Ersatzbaustoffverordnung in Materialklassen für Bodenmaterial – seit August 2023 der bundesweit einheitliche Rahmen für die Verwertung mineralischer Ersatzbaustoffe.
Nach der Deponieverordnung in die Deponieklassen DK 0 bis DK III, falls keine Verwertung möglich ist.

Die Analytik kostet je nach Parameterumfang 150 bis 600 Euro pro Probe. Das klingt nach einer vermeidbaren Ausgabe – ist aber das Gegenteil: Ohne Deklaration nimmt keine seriöse Anlage das Material an, und eine Fehleinstufung fällt spätestens bei der Eingangskontrolle auf. Dann steht der Lkw mit vollem Aufbau wieder auf Ihrer Baustelle.

Bei Verdacht auf Altlasten – ehemalige Gewerbeflächen, Tankstellen, Auffüllungen – ist eine orientierende Untersuchung vor Beginn der Erdarbeiten sinnvoll. Mehr dazu unter kontaminierte Böden.

Mutterboden entsorgen – oder besser erhalten?

Mutterboden, fachlich Oberboden, ist die oberste, humusreiche Bodenschicht. Er ist rechtlich besonders geschützt: Nach § 202 Baugesetzbuch ist Mutterboden in nutzbarem Zustand zu erhalten und vor Vernichtung oder Vergeudung zu schützen. Er darf also nicht ohne Weiteres mit dem übrigen Aushub vermischt und abgefahren werden.

In der Praxis heißt das:

Getrennt abschieben und separat lagern, bevor der eigentliche Aushub beginnt.
Mietenhöhe begrenzen – als Richtwert höchstens 2 m, sonst verdichtet der Boden und das Bodenleben stirbt ab.
Vor Ort wiederverwenden für Geländemodellierung, Grünflächen und Anpflanzungen.
Überschuss abgeben: Unbelasteter Mutterboden ist ein gefragtes Material. Landschaftsbau, Renaturierungsprojekte und Landwirte nehmen ihn häufig kostenlos oder gegen geringe Gebühr an – gelegentlich mit Erlös.

Damit ist Mutterboden der einzige Teil des Aushubs, bei dem sich die Entsorgungsfrage oft ganz vermeiden lässt.

Erdaushub auf dem Grundstück wiederverwenden

Der günstigste Kubikmeter ist der, der nie abgefahren wird. Geeignet ist unbelasteter Boden für:

Verfüllung der Baugrube nach dem Kellerabbruch, lagenweise eingebaut und verdichtet
Geländemodellierung , Wälle und Böschungen
Wiedereinbau als Bettungs- oder Auffüllmaterial , sofern die bodenmechanischen Anforderungen erfüllt sind

Grenzen setzt die Bodenart: Stark bindige Böden und Torf sind als Verfüllmaterial ungeeignet, weil sie sich nicht ausreichend verdichten lassen und später nachsacken. Sandige Berliner Böden eignen sich dagegen meist gut. Ob Wiedereinbau zulässig ist, klärt der Bodengutachter – bei größeren Mengen ist zusätzlich eine Abstimmung mit der Unteren Bodenschutzbehörde ratsam.

Wer darf Erdaushub entsorgen?

Der Transport und die Entsorgung von Abfällen sind anzeige- beziehungsweise erlaubnispflichtig. Beauftragen Sie ausschließlich Betriebe, die als Beförderer angezeigt sind und Ihnen die Entsorgungswege dokumentieren. Für gefährliche Abfälle ist das elektronische Nachweisverfahren mit Entsorgungsnachweis und Begleitschein zwingend – siehe Entsorgungsnachweis Berlin.

Als Auftraggeber bleiben Sie als Abfallerzeuger mitverantwortlich. Wird Ihr Aushub illegal abgelagert, kann das auf Sie zurückfallen. Ein Preis, der deutlich unter dem Markt liegt, ist deshalb kein Schnäppchen, sondern ein Warnsignal.

So senken Sie die Entsorgungskosten

1.Früh beproben lassen – die Einstufung bestimmt den Preis, und sie sollte vor der Kalkulation feststehen, nicht danach.
2.Mutterboden konsequent trennen – vermischt mit belastetem Aushub wird aus einem verwertbaren Material ein Entsorgungsfall.
3.Boden nicht durchmischen: Eine kleine belastete Teilmenge macht sonst die gesamte Charge teuer. Getrennte Mieten anlegen.
4.Massenausgleich planen: Aushub und Verfüllbedarf im Bauablauf aufeinander abstimmen, statt erst abzufahren und später Material zu kaufen.
5.Boden trocken halten – abgedeckte Mieten sparen Gewicht, und abgerechnet wird nach Tonnen.
6.Kurze Wege wählen: Der Transport macht bei unbelastetem Boden oft mehr aus als die Annahmegebühr selbst.

Häufige Fragen zur Erdaushub-Entsorgung

Was kostet es, Erdaushub entsorgen zu lassen?

Unbelasteter Erdaushub kostet 5 bis 15 Euro pro Tonne, gering belastetes Material 15 bis 35 Euro pro Tonne. Muss der Boden auf eine Deponie, sind es 40 bis 150 Euro pro Tonne. Hinzu kommen Transportkosten von etwa 8 bis 15 Euro pro Tonne.

Wie viel wiegt 1 m³ Erdaushub?

Je nach Bodenart und Feuchtegehalt 1,5 bis 1,8 Tonnen. Sandiger Boden liegt am unteren Ende, feuchter bindiger Boden am oberen. Für eine Kostenschätzung rechnen Sie am besten mit 1,7 t/m³.

Wohin mit überschüssigem Mutterboden?

Unbelasteter Mutterboden lässt sich meist kostenlos abgeben – an Landschaftsbaubetriebe, Landwirte oder Renaturierungsprojekte. Vor der Abgabe sollte eine Analyse vorliegen, weil der Abnehmer die Unbedenklichkeit nachweisen muss. Die Entsorgung auf einer Deponie ist bei Mutterboden fast immer die teuerste und unnötige Variante.

Darf ich Erdaushub im eigenen Garten verteilen?

In kleinen Mengen und bei nachweislich unbelastetem Boden ist das in der Regel unproblematisch. Sobald größere Mengen aufgebracht werden, das Gelände dauerhaft verändert wird oder der Boden belastet ist, greifen Bodenschutzrecht und gegebenenfalls Baurecht. Klären Sie das vorab mit der Unteren Bodenschutzbehörde.

Was ist der Unterschied zwischen Erdaushub und Bauschutt?

Erdaushub ist natürlich gewachsenes Bodenmaterial – Sand, Kies, Lehm, Mutterboden. Bauschutt ist mineralischer Abfall aus dem Bauwesen: Beton, Ziegel, Mörtel, Fliesen. Beide werden getrennt erfasst, unterschiedlich eingestuft und unterschiedlich abgerechnet. Vermischt gilt das gesamte Material als Gemisch und wird teurer. Zu Bauschutt: Bauschutt entsorgen in Berlin.

Erdarbeiten und Entsorgung aus einer Hand

Die Lula Bau GmbH übernimmt in Berlin und Brandenburg Erdbau, Abtransport und Entsorgung einschließlich Deklarationsanalytik und Nachweisführung. Wir planen den Massenausgleich mit, damit möglichst wenig Material die Baustelle verlässt. Die Preise für die Erdarbeiten selbst finden Sie unter Erdarbeiten Kosten.

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