Kellerabbruch: Kosten und Vorgehensweise
Ein kompletter Kellerabbruch kostet 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Grundfläche einschließlich Bodenplatte. Für das Kellergeschoss eines Einfamilienhauses mit 80 m² sind das 12.000 bis 25.000 Euro. Ein Teilabbruch, bei dem nur die Decke fällt und der Rest verfüllt wird, kostet oft 30 bis 40 Prozent weniger.
Ob nach dem Abriss eines Gebäudes, für eine Neubebauung oder wegen Feuchtigkeitsschäden – ein Kellerabbruch in Berlin bringt zwei Besonderheiten mit sich: den hohen Grundwasserstand und die dichte Nachbarbebauung.
Kostenüberblick Kellerabbruch
| Leistung | Kosten |
|---|---|
| Kellerdecke entfernen | 40 – 80 €/m² |
| Kellerwand abbrechen | 30 – 60 €/m² |
| Kellertreppe entfernen | 500 – 1.500 € |
| Keller komplett inkl. Bodenplatte | 80 – 150 €/m² Grundfläche |
| Entsorgung Betonabbruch | 15 – 30 €/t |
| Verfüllung mit Recyclingmaterial | 15 – 25 €/m³ |
| Verfüllung mit Frostschutzkies | 25 – 40 €/m³ |
| Verfüllung mit Boden | 10 – 20 €/m³ |
| Lagenweise Verdichtung | 5 – 10 €/m² |
Bewehrungsstahl wird getrennt erfasst und über den Metallwert vergütet – bei größeren Kellern eine spürbare Gutschrift.
Typische Gesamtkosten
| Objekt | Gesamtkosten |
|---|---|
| Keller Einfamilienhaus, 80 m² | 12.000 – 25.000 € |
| Keller Doppelhaushälfte, 60 m² | 8.000 – 18.000 € |
| Teilkeller, 30 m² | 5.000 – 12.000 € |
| Gewerblicher Keller, 200 m² | 25.000 – 50.000 € |
Im Gesamtbudget eines Hausabrisses macht der Keller rund 25 Prozent aus – siehe Hausabriss Kosten.
Teilabbruch vs. Komplettabbruch
Teilabbruch:
Beim Teilabbruch werden nur bestimmte Elemente entfernt (z.B. Kellerdecke), während die Wände und Bodenplatte im Boden verbleiben. Dies ist günstiger und wird gewählt, wenn der Keller lediglich verfüllt werden soll.
Komplettabbruch:
Beim Komplettabbruch werden alle Kellerbauteile einschließlich Bodenplatte entfernt. Dies ist notwendig, wenn an gleicher Stelle ein neuer Keller oder ein neues Fundament entstehen soll.
Grundwasserproblematik in Berlin
Berlin hat in vielen Bezirken einen hohen Grundwasserstand. Dies beeinflusst den Kellerabbruch erheblich:
Kostenfaktoren im Detail
1. Kellergröße und Wandstärke
Alte Berliner Keller aus der Gründerzeit haben oft 40–60 cm dicke Mauern aus Ziegelstein, die aufwendig abzubrechen sind. Moderne Betonkeller mit 20–25 cm Wandstärke sind schneller entfernt.
2. Tiefe des Kellers
Je tiefer der Keller, desto aufwendiger der Abriss und die anschließende Verfüllung. Keller mit mehreren Geschossen (z.B. bei Gewerbebauten) sind besonders kostenintensiv.
3. Schadstoffbelastung
Bei Altbauten können schadstoffbelastete Materialien (Asbest in Kellerisolierung, PAK in Abdichtungen) die Kosten erhöhen.
4. Nachbarbebauung
In dicht bebauten Berliner Quartieren müssen Nachbargebäude vor Erschütterungen und Setzungen geschützt werden. Ggf. ist eine Unterfangung der Nachbarfundamente nötig.
5. Verfüllmaterial
Die Wahl des Verfüllmaterials beeinflusst die Kosten. Recycling-Material ist günstiger als hochwertiger Frostschutzkies, muss aber den bodenmechanischen Anforderungen genügen.
Ablauf eines Kellerabbruchs
Häufige Fragen zum Kellerabbruch
Muss der Keller beim Hausabriss immer mit weg?
Nein. Soll an gleicher Stelle neu gebaut werden, ist der vollständige Rückbau Pflicht. Bleibt die Fläche unbebaut, genügt oft ein Teilabbruch: Decke und obere Wandbereiche kommen weg, die Sohle wird durchstoßen, damit Wasser versickern kann, und die Grube wird verfüllt. Das spart 30 bis 40 Prozent.
Was kostet es, einen Keller zu verfüllen?
Je nach Material 10 bis 40 Euro pro Kubikmeter Grubenvolumen, zuzüglich 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter für die lagenweise Verdichtung. Recyclingmaterial ist am günstigsten, Frostschutzkies am teuersten – notwendig ist Letzterer nur, wenn die Fläche später überbaut oder befahren wird.
Was ist bei Grundwasser im Keller zu beachten?
Reicht die Baugrube unter den Grundwasserspiegel, ist eine Wasserhaltung erforderlich – mit 3.000 bis 15.000 Euro ein erheblicher Kostenblock. Zusätzlich braucht es eine wasserrechtliche Erlaubnis und eine Einleitgenehmigung für das abgepumpte Wasser. In Berlin betrifft das vor allem die Bezirke im Spreetal.
Wie lange dauert ein Kellerabbruch?
Für den Keller eines Einfamilienhauses sollten Sie inklusive Verfüllung und Verdichtung fünf bis zehn Arbeitstage einplanen. Kommt eine Grundwasserabsenkung hinzu, verlängert sich das Vorhaben deutlich – vor allem durch das Genehmigungsverfahren im Vorfeld.
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