Schadstoffe & SanierungAktualisiert: 1. Juni 202610 minVon Maria Topalović

Asbest erkennen und sanieren: Der komplette Leitfaden

Wie sieht Asbest aus und wie erkennt man ihn in Dämmung, Putz und Boden? Vorkommen, Gefahren, Entsorgung und fachgerechte Asbestsanierung.

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Asbest erkennen und sanieren

Asbest ist einer der gefährlichsten Baustoffe und wurde in Deutschland bis 1993 in großem Umfang eingesetzt. Als zertifiziertes Unternehmen für Schadstoffsanierung informieren wir Sie über die Erkennung und fachgerechte Sanierung von Asbest.

Wo kommt Asbest vor?

Asbest wurde in zahlreichen Bauprodukten verwendet:

Dacheindeckungen: Eternit-Wellplatten und Dachschindeln
Fassadenverkleidungen: Eternit-Fassadenplatten
Fußbodenbeläge: Vinyl-Asbest-Platten (Floor-Flex), Cushion-Vinyl
Rohrleitungen: Asbestzement-Rohre für Wasser und Abwasser
Brandschutz: Spritzasbest als Brandschutzbeschichtung
Dichtungen: Flachdichtungen und Schnüre
Putze und Spachtelmassen: Asbesthaltige Putze und Fliesenkleber
Nachtspeicheröfen: Innere Isolierung

Wie sieht Asbest aus? Asbest erkennen nach Material

Asbest selbst ist eine faserige, meist grau-weiße Naturfaser – im fertigen Baustoff aber mit bloßem Auge nicht sicher zu erkennen. Diese typischen Erscheinungsbilder gelten als Verdachtsmomente:

Asbest-Dämmung: Graue bis weiß-graue, watteartige oder bröckelige Masse, oft als Spritzasbest an Stahlträgern und Decken oder in Nachtspeicheröfen. Schwach gebunden und besonders gefährlich.
Asbest-Putz / Spachtelmasse: Grauer, leicht faseriger Putz oder Fliesenkleber, häufig in Bädern und Treppenhäusern aus der Zeit vor 1993.
Asbest im Boden: Floor-Flex- und Cushion-Vinyl-Platten (oft 25×25 oder 30×30 cm) mit dunklem, sprödem Bitumenkleber (dem sogenannten „schwarzen Kleber").
Asbest-Platten: Graue Eternit-Wellplatten und Fassadenplatten mit gleichmäßiger Faserstruktur und kleinen Bohrlöchern an den Befestigungspunkten.
Nachtspeicheröfen: Geräte vor ca. 1984 enthalten häufig Asbest in der inneren Isolierung.

So schätzen Sie ein Asbest-Risiko ein:

1.Baujahr: Gebäude, die vor 1993 errichtet oder saniert wurden
2.Typische Produkte: Wellplatten, Fassadenplatten, Floor-Flex-Böden, Spritzasbest
3.Faserstruktur: Gleichmäßig graue, leicht faserige Materialien

Wichtig: Eine sichere Identifizierung ist nur durch eine Laboranalyse möglich – Aussehen und Baujahr sind lediglich Indizien. Entnehmen Sie keine Proben selbst, denn das Aufbrechen setzt Fasern frei. Wir übernehmen die professionelle Schadstoffuntersuchung inklusive Probenahme.

Gefahren von Asbest

Asbestfasern sind krebserregend. Beim Einatmen können sie Lungenkrebs, Asbestose und Mesotheliom verursachen. Besonders gefährlich sind Arbeiten, bei denen asbesthaltige Materialien gebrochen, gebohrt oder geschliffen werden.

Was ist Asbest und wann wurde er verboten?

Asbest ist ein natürlich vorkommendes, faseriges Silikat-Mineral, das wegen seiner Hitze- und Chemikalienbeständigkeit jahrzehntelang als Baustoff diente. In Deutschland ist die Herstellung und Verwendung seit 1993 vollständig verboten. Verbaut wurde Asbest vor allem zwischen den 1950er- und frühen 1990er-Jahren – Gebäude aus dieser Zeit gelten deshalb grundsätzlich als verdächtig.

Wie wird Asbest entsorgt?

Asbesthaltige Materialien sind Sondermüll und dürfen nicht über den normalen Bauschutt entsorgt werden. Sie werden staubdicht verpackt (Big Bags, gekennzeichnete Behälter), mit Begleitschein transportiert und auf zugelassenen Deponien abgelagert. Die Entsorgung kostet rund 150 bis 300 Euro pro Tonne – Details im Ratgeber Asbestentsorgung: Kosten.

Ablauf einer Asbestsanierung

1.Schadstoffuntersuchung durch einen Sachverständigen
2.Sanierungsplanung und Meldung an das LAGetSi
3.Abschottung des Arbeitsbereichs mit Unterdruck
4.Fachgerechte Entfernung unter Schutzausrüstung
5.Entsorgung als Sondermüll auf zugelassenen Deponien
6.Freimessung durch einen unabhängigen Sachverständigen

Kosten einer Asbestsanierung

Die Kosten variieren je nach Art und Menge des asbesthaltigen Materials. Rechnen Sie mit 25 bis 60 Euro pro Quadratmeter für die Demontage und 150 bis 300 Euro pro Tonne für die Entsorgung.

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