Berliner Verbau: das wichtigste Verfahren zur Baugrubensicherung
Der Berliner Verbau ist das am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Sicherung von Baugruben im innerstädtischen Bereich. Er wurde beim Bau der Berliner U-Bahn entwickelt und ist nach der Stadt benannt. Dank seiner Flexibilität und Wirtschaftlichkeit kommt er bei einem Großteil aller Baugruben in Deutschland zum Einsatz.
Wie funktioniert der Berliner Verbau?
Fachlich wird der Berliner Verbau auch Trägerbohlwand genannt – nach seinen beiden tragenden Elementen, den Trägern und den dazwischen liegenden Bohlen. Er besteht aus zwei Hauptelementen:
Bei tieferen Baugruben wird der Verbau zusätzlich durch Steifen (Aussteifung) oder Verpressanker rückverankert, um die Lasten aufzunehmen.
Schritt-für-Schritt-Ablauf
Wann wird der Berliner Verbau eingesetzt?
Der Berliner Verbau eignet sich besonders für Böden oberhalb des Grundwasserspiegels. Liegt die Baugrubensohle unter dem Grundwasser, kommen wasserdichte Alternativen wie Spundwände zum Einsatz.
Was kostet ein Berliner Verbau?
Die Kosten richten sich nach der zu sichernden Wandfläche und liegen typischerweise bei 150 bis 350 Euro pro Quadratmeter Verbauwand. Einflussfaktoren sind:
Was kostet ein Berliner Verbau?
| Position | Preis |
|---|---|
| Trägerbohlwand, Verbaufläche | 150 – 300 €/m² |
| Verpressanker / Rückverankerung | 800 – 2.000 € je Stück |
| Steifen und Aussteifung | 1.000 – 3.000 € je Lage |
| Rückbau und Ziehen der Träger | 30 – 60 €/m² |
| Baugrundgutachten | 1.500 – 5.000 € |
Abgerechnet wird über die abzustützende Wandfläche, nicht über das Grubenvolumen. Weitere Verfahren und Preise stehen unter Spezialtiefbau Kosten.
Häufige Fragen zum Berliner Verbau
Wann braucht man einen Berliner Verbau?
Sobald eine Baugrube nicht mehr geböscht werden kann – weil der Platz auf dem Grundstück fehlt, die Böschungswinkel nach DIN 4124 nicht einzuhalten sind oder Nachbarbebauung und Verkehrsflächen direkt angrenzen. In der Berliner Innenstadt ist das der Regelfall.
Was ist der Unterschied zwischen Berliner Verbau und Spundwand?
Der Berliner Verbau besteht aus einzelnen Stahlträgern mit dazwischen eingelegten Bohlen und ist nicht wasserdicht. Eine Spundwand aus ineinandergreifenden Profilen ist dicht und deshalb bei anstehendem Grundwasser erforderlich – dafür aber teurer und beim Einbringen erschütterungsintensiver.
Funktioniert der Berliner Verbau im Grundwasser?
Nein. Da zwischen Trägern und Bohlen Wasser durchtritt, ist er nur oberhalb des Grundwasserspiegels einsetzbar. Reicht die Baugrube tiefer, braucht es eine dichte Umschließung – Spundwand, Schlitzwand oder Bohrpfahlwand – kombiniert mit Wasserhaltung.
Warum heißt das Verfahren Berliner Verbau?
Weil es beim Bau der Berliner U-Bahn zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt und dort erstmals systematisch eingesetzt wurde. Fachlich korrekt heißt es Trägerbohlwand – nach seinen beiden Bauteilen, den Trägern und den Bohlen.
Berliner Verbau in Berlin und Brandenburg
Gerade in Berlin mit seinen überwiegend sandigen Böden ist der Berliner Verbau das Standardverfahren – solange das Grundwasser nicht ansteht. Die Lula Bau GmbH plant und realisiert Baugrubensicherungen im Rahmen ihrer Spezialtiefbau-Leistungen und als Verbau & Baugrubensicherung nach DIN 4124. Einen Überblick über alle Verfahren gibt Spezialtiefbau: Verfahren und Einsatzbereiche. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung.